In diesem Ratgeber

Recht und Steuern

Krypto im Testament: was festhalten

Was ein Testament und der Nachlassordner über Krypto sagen dürfen (dass es existiert und wo die Informationen liegen) und was niemals hineingehört.

Möchten Sie ein Testament mit einem Trust vergleichen? Dieser Vergleich steht auf einer eigenen Seite: Krypto im Testament oder Trust.

Krypto kann ohne Weiteres in ein Testament aufgenommen werden, aber die Regel ist kurz: Das Testament sagt, dass Krypto existiert und wo die Informationen liegen; niemals, was die Geheimnisse sind. Wer seine Seed-Phrase ins Testament schreibt, schreibt sie in ein Dokument, das nach dem Tod breit gelesen wird.

Was ein Testament kann und was nicht

Ein Testament regelt rechtlich, wer erbt und wer den Nachlass verwaltet. Es verschafft niemandem technischen Zugriff: Es kann keine Seed-Phrase erzeugen und ändert nichts daran, was eine Börse verlangt. Erben können ein Recht erhalten, das sie nicht ausüben können. Deshalb sind zwei getrennte Ebenen nötig:

  • Rechtlich: wer Erbe ist, wer Willensvollstrecker ist, was der Vollstrecker darf.
  • Technisch: welche Geräte, Passwörter, Seed-Phrases und Passphrasen nötig sind, um an die Krypto zu kommen.

Was ins Testament oder den Nachlassordner gehört

  • Dass Krypto existiert und in welchen Kategorien (Börsenkonten, eigene Verwahrung, Hardware-Wallets, NFTs).
  • Wo die Unterlagen und das “Inventar” liegt (nicht die Schlüssel selbst).
  • Wer für welche Kategorie der erste Ansprechpartner ist (Plattform, Berater, Willensvollstrecker).
  • Ihre Wünsche zur Verteilung, soweit das Schweizer Erbrecht das zulässt, besprechen Sie das mit dem Notar oder dem Rechtsdienst.

Was niemals hineingehört

  • Seed-Phrase, private Schlüssel oder Passwörter.
  • QR-Codes von Wallets oder Backups.
  • Exakte Wallet-Adressen (nicht nötig, unnötig offengelegt).

Die drei Ebenen der Planung

Eine tragfähige Struktur trennt drei Ebenen:

  1. Inventar, was existiert und wo es zu finden ist, ohne Geheimnisse;
  2. Zugriffsanweisungen, wie ein Wallet im rechtmässigen Rahmen angesprochen wird;
  3. Geheimnisse (Seed-Phrase, private Schlüssel, Passwörter, Passphrasen) getrennt und gesichert verwahrt, mit Absprachen, wer sie in welcher Situation nutzen darf.

Nur Ebene eins gehört in die Nachlassunterlagen. Wer die Seed-Phrase besitzt, kann die Krypto nutzen, bevor der Nachlass abgewickelt ist, Zugriff ist nicht Eigentum.

Das Inventar ohne Geheimnisse

Verwahren Sie die Geheimnisse getrennt von den Dokumenten: ein Bankschliessfach, bei einer vertrauten Person oder unter professioneller Verwahrung. Das Inventar (“was existiert, wo es liegt”) darf dann getrost darauf verweisen, wo sich der Tresor befindet, ohne seinen Inhalt zu beschreiben.

Warum es sich lohnt

Ohne Erwähnung gibt es keinen Hinweis, dass Krypto existiert; die Erben müssen alles selbst entdecken. Ein Testament, das das Bestehen erwähnt, und ein Inventar ohne Geheimnisse machen den Unterschied zwischen einem Fund und einem Ratespiel. Und weil es sich um ein Rechtsdokument handelt: Lassen Sie die Formulierung fachlich begleiten, das ist kein Do-it-yourself-Teil der Planung. In der Schweiz kommt dem Willensvollstrecker dabei eine wichtige Rolle zu; sprechen Sie ihn früh an.

Wen Sie in Ihrer Nähe suchen

Wenn Sie bereit sind zu planen, suchen Sie ein Notariat oder eine erbrechtlich spezialisierte Fachperson in Ihrem Kanton. Fragen Sie direkt, wie mit digitalen Vermögenswerten umgegangen wird, das gehört inzwischen zur Standard-Nachlassplanung. Bringen Sie ein geheimfreies Inventar mit; niemals eine Seed-Phrase.

Regeln und Fristen können sich ändern, und diese Seite ist möglicherweise noch nicht auf dem aktuellen Stand, lassen Sie die aktuellen Regeln vor dem Handeln von einem lokalen Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater bestätigen. Stimmt etwas nicht mehr? Kontaktieren Sie uns und wir korrigieren es.

Quellen und nützliche Links

  1. Schweizer Notarenverband (SNV)Geprüft 2026-08-07